Sonntag, 13. Dezember 2009

Erfahrungspunkte und parallelklassige Charaktere

Zuletzt hatte ich die Regeln für Mehrklassigkeit und Parallelklassigkeit vorgestellt. Dabei ist die interessante Frage aufgekommen, wie sich denn die Stufenhöhe von ein-, zwei- und dreiklassigen Charakteren bei gleicher Erfahrungspunktezahl relativ gesehen entwickelt. Da sich die Klassenstufen bei Hexer & Helden um viel mehr Bedeutung und Wirkung bemühen, ist mir jetzt erst bewusst geworden, dass diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist wie ich zunächst gedacht habe...


War es bei AD&D 1 und 2 ja noch so, dass sich Klassenfähigkeiten bei den meisten Klassen von Stufe zu Stufe eher marginal änderten und Trefferpunkte und -boni bei allen nicht-zauberfähigen Klassen sowie Anzahl und Stufen der verfügbaren Zaubersprüche bei magiebegabten Klassen die beobachtbarsten Änderungen waren, strebt Hexer & Helden nach dem Vorbild von D&D 3 wesentlich interessantere Änderungen pro Stufe an.
Ein Beispiel ist die Fähigkeit von Kriegern, sich zu spezialisieren, was ihnen auf jeder Stufe erlaubt, den Treffer- oder Schadensbonus für eine spezifische Waffe um einen Punkt zu erhöhen (neben diversen anderen Möglichkeiten). Oder mit anderen Worten: Jede Stufe bringt eine interessante neue Fähigkeit oder Fähigkeitssteigerung.
Daher habe ich mal die unterschiedlichen Aufstiegsgeschwindigkeiten verglichen für parallelklassige Charaktere, je nachdem ob sie pro zusätzlichem Klassenstrang 15, 10, 5 oder gar keine Prozent an Erfahrungspunkteinbußen hinnehmen müssen. Was lässt sich beobachten?

Zwei parallele Klassen
Betrachten wir die sich ergebende Stufentabelle für zwei parallele Klassen:


Für zweiklassige Kombinationen würde ich die Unterschiede in den effektiven Stufen als "im Wesentlichen irrelevant" bezeichnen. Unabhängig vom Erfahrungspunkteabzug liegen die Stufen bis auf in den höchsten Stufen extrem nah beieinander. Hier ergeben sich zumindest für mich keine spannenden Erkenntnisse.


Drei parallele Klassen
Betrachten wir die sich ergebende Stufentabelle für drei parallele Klassen:




Hier ist zu erkennen, dass der Abzug einen deutlichen Einfluss auf die Stufen hat. Bei 15% Abzug entwickeln sich die drei Klassen grob mit der halben Geschwindigkeit eines einklassigen Charakters, was natürlich insbesndere auf den ersten 5-6 Stufen große Probleme verursachen kann, da sich gerade hier die Unterschiede durch Trefferpunkte nachhaltig auswirken können. Ohne Erfahrungsabzüge hinkt ein dreiklassiger Charakter auf den ersten 11 Stufen (die ich auch als "Sweet Spot" aller (A)D&D-Kampagnen ansehe) ein bis zwei Stufen hinterher, was dem klassischen Ansatz sehr nahe kommt und sich für mich eigentlich am Besten anfühlt. Allerdings bin ich unsicher, ob der Unterschied auf den höheren Stufen noch akzetabel ist, da den dreiklassigen Charakteren natürlich sehr viele Fähigkeiten aus drei Klassen zur Verfügung stehen im Gegensatz zum Arsenal eines einklassigen Charakters.

Trotzdem tendiere ich mittlerweile entgegen den bereits veröffentlichten Regelauszügen dazu, die Abzüge ganz rauszunehmen, damit dreiklassige Charaktere auf den ersten 10 Stufen genug Spaß machen - auch auf die Gefahr hin, dass sie etwas mächtiger sein werden als einzelklassige Charaktere, wenn man sie von ihren Durchschnittsfähigkeite her betrachtet (denn sie können halt mehr). Dennoch führen einzelklassige Charaktere bei den machtvollsten Fähigkeiten und das sollte hoffentlich "ausgleichend" genug sein.

Meinungen willkommen!

Kommentare:

  1. Meine Meinung sollte relativ klar sein: Gegenüber reinklassigen Charakteren werden die Paralellklassen wohl benachteiligt genug sein, wenn das System halbwegs in Richtung AD&D oder D&D3 geht. Die große Auswahl an Optionen macht selten die Mächtigkeit der Optionen wett die da verloren geht.

    ABER ich stelle mir gerade die Frage: Wie sieht ein "Magier10,Krieger10" im Vergleich zu einem "Magier17/Krieger17" aus?

    Zum Hintegrund der Frage: Ein "Magier10+Krieger10" lag bei D&D3X knapp unter dem Niveau von "Barde 20" (niederer Zaubergrad, kein Zaubern in Rüstung, kämpft auch nicht wirklich besser als der Barde und hat im Schnitt gerade mal 10 TP mehr) und Barden galten (fast universell) als DIE schwächste Klasse überhaupt. Stellt sich durchaus die Frage wie 10+10 im Vergleich zu 17/17 "mächtiger" Klassen aussieht.

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  2. @ragnar: Zu deiner Frage... Im Moment habe ich es so gehalten, dass alle zauberfähigen Charaktere ihre Spruchparameter (also Schaden, Reichweite, Gebiet, usw.) in Abhängigkeit ihrer Charakterstufe und nicht in Abhängigkeit ihrer Klassenstufe variieren. D.h. das z.B. ein Krieger 8, Magier 2 (CS = 10, Krieger-KS = 8, Magier-KS = 10) ein Magisches Geschoss wie ein Magier der 10. Stufe zaubert und nicht wie ein Magier der zweiten Stufe. Er hat zwar immer noch nur die Zaubermenge, die einem Magier der zweiten Stufe zur Verfügung steht, kann diese aber auch in Abenteuern, die seiner CS angemessen sind, einigermaßen sinnvoll einsetzen.

    Falls jemand eine "logische" Erklärung dahinter sucht, möge er die Magiebeschreibung in Earthdawn lesen - die Macht deiner Zaubersprüche wächst halt mit deiner Legende und deiner Gesamterfahrung. Trotzdem wirst du insgesamt dadurch kein kompetenterer Magier (hast also keine höherstufigen Sprüche zur Verfügung und auch nicht mehr Zauber).

    Analog versuche ich durch die jeweiligen Klassenregeln zu erreichen, dass jede Stufe in einer Klasse mehr Individualität erzeugt - ob mir das gelungen ist, wird der allgemeine Regeltest ergeben ;-)

    Und ein Magier 10, Krieger 10 im Vergleich zu einem Magier 17/Krieger 17. Letzterer ist eine Urgewalt - ein vollwertiger Krieger der 17. Stufe (mit etwas weniger Trefferpunkten als ein reiner Krieger der 17. Stufe, aber er darf auch alle Rüstungen tragen, usw.). Der Magier 10, Krieger 10 ist ihm vermutlich tatsächlich unterlegen. Insbesondere falls er zuerst die 10 Magierstufen gewählt hat und dann deutlich weniger Trefferpunkte hat... ups. Interessanter Hinweis :-) Da habe ich mich noch gar nicht an D&D 3 orientiert...

    Aber zurück. Der Magier 10, Krieger 10 ist ihm von den reinen Klassenfähigkeiten her unterlegen, was gegen "keinen Abzug bei den EP" spricht.

    Wie wäre es mit einer Regel der Form: "kein Abzug auf CS 1-5, -10% je Parallelklasse auf CS 6-10, -20% auf CS 11-15, -30% auf CS 16+" oder so? Mit dem Argument "die Grundlagen zu lernen ist noch nicht so schwer, ein Meister zu werden aber um so mehr?". Ich muss das mal durchrechnen :-)

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  3. Arithmetisch macht der letzte Vorschlag noch keinen Sinn... ist noch zu früh am Morgen meines ersten Urlaubstages ;-) Ich meinte eher sowas wie "-10% pro zusätzlichem Klassenstrang ab CS 5 und weitere -10% pro fünf vollen CS). Also bei zwei Klassensträngen und CS 4: 2 x -10% für zwei zusätzliche Klassenstränge und 2 x -10% für die ersten 10 CS = -40%. Das verlangsamt dann die Aufstiegsgeschwinidgkeit auf hohen Stufen deutlicher, erhält aber den Spaß auf den niedrigen und mittleren Stufen. Hoffentlich...

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  4. Zur Zeit beschleicht mich das Gefühl das die Michung aus 2er/3.Xer Regelung nicht recht zusammenpassen will. Ich denk' nochmal drüber nach wenn ich die Klassen vor Augen habe.

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