Freitag, 11. Dezember 2009

Mehr zu Mehr- und Parallelklassigkeit

Einer der wesentlichen Unterschiede bei Hexer & Helden zu (A)D&D 1 und 2 ist die Kombination der Mehrklassigkeit der ersten beiden Auflagen mit der Mehrklassigkeit der dritten Auflage. Die Variante der ersten beiden Auflagen heißt bei Hexer & Helden Parallelklassigkeit, die Variante der dritten Auflage Mehrklassigkeit. Und man kann - wenn man denn will - beides kombinieren. Und das geht so...

...wie hoffentlich anhand des folgenden Auszugs aus den Regeln zu verstehen ist:

Die Erfahrung und Macht eines Charakters wird anhand seiner Charakterstufe (CS) bemessen. Alle Charaktere beginnen ihre Karriere auf Charakterstufe 1.  [...]

Charakter- und Klassenstufen
Die Charakterstufe ist das Maß für die allgemeine Macht und Erfahrung eines Charakters. CS 1-3 weist unerfahrene Charaktere aus, CS 4-6 steht für erfahrene Abenteurer, CS 7-9 weist auf berühmte oder berüchtigte Helden hin und CS 10+ besitzen nur legendäre Abenteurer. Charaktere mit CS 18+ sind auf dem besten Weg, selbst Halbgötter oder Unsterbliche zu werden. Die Klassenstufe (KS) kommt nur bei mehr- oder bei parallelklassigen Charakteren ins Spiel und weist die Stufe in einer einzelnen Klasse aus.
Bei Proben wird üblicherweise die CS herangezogen, wenn es um die allgemeine Macht oder Kompetenz eines Charakters geht, während die KS ins Spiel kommt, wenn klassenspezifische Kompetenzen abgefragt werden. Die Regeln beschreiben dies im Einzelfall, so dass Sie sich die Abkürzungen CS und KS gut merken sollten - sie werden sie noch häufig antreffen.

Mehrklassigkeit
Charaktere müssen sich nicht auf eine Klasse beschränken. Immer wenn Sie eine neue Stufe erreichen, kann der Spieler wählen, ob sein Charakter eine Stufe in einer bestehenden Klasse aufsteigen soll oder ob er die Stufe 1 in einer neuen Klasse erwerben soll. Die Charakterstufe ergibt sich als Summe der Klassenstufen eines mehrklassigen Charakters. Alle Fähigkeiten und Vorteile der Einzelklassen werden addiert, alle Behinderungen der Einzelklassen sind aber ebenso gleichzeitig wirksam. Alle Gesinnungsbeschränkungen der einzelnen Klassen sind bei parallelklassigen Charakteren zu erfüllen.
Die Klassen eines mehrklassigen Charakters werden kommagetrennt und gefolgt von der Stufe in der jeweiligen Klasse notiert.

Beispiel: Harak ist ein Krieger 4, Magier 2. Dies bedeutet, dass er CS 6 (4+2) hat, aber als Krieger eine KS 4 und als Magier eine KS 2 besitzt.

Parallelklassigkeit
Ein Charakter kann mehrere Klassen parallel innehaben. Die Entscheidung über Parallelklassigkeit wird bei der Charaktererschaffung getroffen. Ein Charakter darf bis zu drei parallele Klassen besitzen. Der Charakter kann zwar alle Fähigkeiten aller Klassen parallel verwenden, alle numerischen Eigenschaften (Trefferbonus, Trefferpunkte, Fertigkeitspunkte, CS, usw.) werden aber gemittelt.
Erfahrungspunkte werden zwischen den parallelen Klassen gleichmäßig aufgeteilt, es sei denn, es handelt sich um klassenspezifische Erfahrungspunkte - diese werden direkt zugeordnet. Zudem muss der Charakter einen kumulativen Abzug von 15% pro Parallelklasse auf alle gesammelten Erfahrungspunkte hinnehmen. Die Charakterstufe eines parallelklassigen Charakters entspricht dem Mittelwert der parallelklassigen Stufen.
Die Klassen eines parallelklassigen Charakters werden durch einen „/“ getrennt, gefolgt von der Klassenstufe, dargestellt.
Alle Gesinnungsbeschränkungen der einzelnen Klassen sind bei parallelklassigen Charakteren zu erfüllen.

Beispiel: Morg ist ein Krieger 5 / Dieb 4. Dies bedeutet, dass er eine CS von 4 ((5 + 4) / 2), aber eine KS von 5 als Krieger und eine KS von 4 als Dieb besitzt. Morgs Spieler muss außerdem 15% von allen gesammelten Erfahrungspunkten abziehen, da Morg eine Parallelklasse besitzt. Wäre Morg ein Krieger 5 / Dieb 4 / Magier 4, müsste Morgs Spieler aufgrund von zwei Parallelklassen sogar 30% von allen gesammelten Erfahrungspunkten abziehen, bevor er diese auf die Parallelklassen verteilt.

Parallele Mehrklassigkeit
Mehr- und Parallelklassigkeit können auch kombiniert werden: Immer wenn ein parallelklassiger Charakter in einem Strang um eine Stufe aufsteigt, kann er sich statt für die Erhöhung der Stufe in der bestehenden Klasse auch für das Erlangen der Stufe 1 in einer neuen Klasse entscheiden.
Die Regeln für Mehr- und Parallelklassigkeit werden kombiniert angewendet, ebenso die Notationen. Je Parallelklasse kann der Charakter bei dem Aufstieg auf eine neue Stufe auch die Regeln der Mehrklassigkeit anwenden - allerdings darf er keine Klasse mehr als einmal erlernen. Ebenso kann die gewählte Form der Mehrklassigkeit nicht zwischen den Parallelklassen wechseln.

Beispiel: Morg hat genug Erfahrung gesammelt, um als Dieb eine weitere Stufe aufzusteigen. Er entscheidet sich aber dafür, lieber etwas Zauberer zu erlernen und wird zusätzlich noch ein Magier 1. Zukünftig wird er notiert als Krieger 5 / Dieb 4, Magier 1. Seine CS ist nun 5, seine numerischen Werte ergeben sich aber aus der Mittelung der Kriegerwerte mit den addierten Werten seiner Magier- und Diebesstufen (Trefferpunkte, Trefferbonus, usw.).


Alles klar :-) ?

Kommentare:

  1. OK, ich, glaube mein Problem war das ich mir nicht vorstellen konnte das ein Einklassiger/Mehrklassiger Charakter im Karriereverlauf "Paralel mischen" kann (oder ein parallel gemischter eine Paralelle hinzunimmt/abgibt) aber das ist ja auch gar nicht vorgesehen. Insofern: Ein Knoten im Hirn weniger.

    Wie sieht die EP-tabelle aus das die 15%/30% EP weniger sich rechnen? Wenn ich nach D&D3.X gehe, ist ein normaler Charakter mit 210.000 EP auf Stufe 20, ein Charakter der die EP auf Zwei Stufen aufteilt wäre mit jeweils 105.000 EP auf Stufe 14, also IMHO eigentlich schon gestraft genug (und das noch bevor man davon ausgeht das da Werte gemittelt werden).

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  2. Das ist ja mal ne feine Kombination... ich bin aber kein fan von Multiklassing, egal in welcher Ausprägung. Trotzdem, die Lösung klingt gelungen!!!

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  3. Unter Mahrklassigkeit steht "Alle Gesinnungsbeschränkungen der einzelnen Klassen sind bei parallelklassigen Charakteren zu erfüllen.". Das mit "parallelklassigen" ist wohl ein Tippfehler.

    Muss es bei "seine numerischen Werte ergeben sich aber aus der Mittelung der Kriegerwerte mit den addierten Werten seiner Magier- und Diebesstufen (Trefferpunkte, Trefferbonus, usw.)." nicht "seine numerischen Werte ergeben sich aber aus der Mittelung der Kriegerwerte mit den Diebeswerten und den addierten Werten seiner Magierstufen (Trefferpunkte, Trefferbonus, usw.)." heißen?

    Das Ganze wird sicherlich schwer auszubalancieren und entpsrechend Ragnars Kommentar fangen die Probleme schon an ;) Das war auch das PRoblem bei AD&D. Manche Dinge, wie Trefferpunkte oder ETW0 wurden gemittelt, andere wie Spezialfähigkeiten nicht. Dafür wurdne die XP wieder geteilt und so kommt ein völlig schiefes Bild zustande. Da eine Parallelklassigkeit ohne das Mitteln genau dasselbe wäre wie "normale" Mehrklassigkeit, wäre das keine Lösung. Also sollte die Lösung in meinen Augen sein entweder die XP aufzuteilen oder die Boni der Klassen zu halbieren. Machst Du beides, strafst Du doppelt. Ich bin mir nicht sicher, ob es da einen vernünftigen Mittelweg gibt.

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